Drei Begriffe verständlich erklärt
Hebel
Verhältnis von Positionswert zu anfänglicher Margin. Bei 10× stützen 1.000 Dollar Margin eine Position von 10.000 Dollar.
Anfängliche Margin
Sicherheit zum Eröffnen der Position; weder Gebühr noch garantierte Verlustgrenze.
Eigenkapital
Sicherheit zuzüglich noch nicht realisierter Gewinne oder Verluste. Die Maintenance Margin (erforderliche Mindestmargin) ist die nötige Mindestsicherheit.
Eine BTC-Position, drei Kursbewegungen
BTC koste 50.000 Dollar. Eine Kaufposition von 0,2 BTC hat einen Wert von 10.000 Dollar. Bei 10× beträgt die vereinfachte Anfangsmargin 10.000 ÷ 10 = 1.000 Dollar. Eine Kursänderung von 1 % verändert das Ergebnis um 100 Dollar vor Kosten. Dies ist keine historische Transaktion.
| BTC-Rückgang | Verlust auf 10.000 Dollar | Rest von 1.000 Dollar |
|---|---|---|
| −1% | −$100 | $900 |
| −5% | −500 US-Dollar | 500 US-Dollar |
| −9.5% | −$950 | $50 |
Mit denselben 1.000 Dollar und 2× beträgt die Position nur 2.000 Dollar: 5 % Rückgang kosten 100 Dollar; 900 bleiben. Bei 10× kosten dieselben 5 % dagegen 500 Dollar; 500 bleiben. Der Markt bewegt sich gleich, die Positionsgröße nicht.
Schließung schon vor dem Nullpunkt
„10× wird genau nach 10 % Rückgang liquidiert“ ist falsch. In einem Lehrmodell mit festem Mindestpuffer von 50 Dollar bleiben nach 950 Dollar Verlust noch 50 Dollar: etwa 9,5 % Kursrückgang. Der Puffer ist frei gewählt, keine Börsenregel. Tatsächliche Schwellen hängen von Maintenance Margin (erforderliche Mindestmargin), Referenzpreis, Gebühren, Finanzierung sowie isolierter oder gemeinsamer Sicherheit ab.
Devisen-CFD: eine andere Regel
Beispiel für einen EU-Privatkunden mit Devisen-CFD: 30.000 Dollar Nominalwert bei 30:1 erfordern 1.000 Dollar Margin. Hält das Konto genau 1.000 Dollar und nur diese Position, sinkt das Eigenkapital nach 500 Dollar Verlust auf 500 Dollar. Die von ESMA beschriebene Kontoregel sieht die Schließung einer oder mehrerer Positionen bei 50 % der erforderlichen Mindestmargin vor. Rechtsraum, Kundenstatus und Vertrag sind entscheidend.
Ein echter Schock: Schweiz 2015
Am 15. Januar 2015 hob die Schweizerische Nationalbank die Untergrenze von 1,20 Franken je Euro auf. Die Liquidität in EUR/CHF brach ein; Stopps konnten deutlich schlechter ausgeführt werden. Unsere Franken-Recherche dokumentiert den Vorfall. Die obigen Trades sind nur Rechenbeispiele.
Der Franken-Schock →Vier Fragen vor dem Einstieg
- 1Vor der Hebelwahl den Verlust in Geld für eine Gegenbewegung berechnen.
- 2Maintenance Margin (erforderliche Mindestmargin) und maßgeblichen Referenzpreis des Anbieters prüfen.
- 3Isolierte oder kontoweite Sicherheit und laufende Kosten beachten.
- 4Kurslücken einplanen: ein gewöhnlicher Stopp garantiert keinen Ausführungskurs.
Quellen und weitere Beiträge
Externe Links führen nur zu Primärquellen; Beispielrechnungen lassen Kosten und Abweichungen beim Ausführungskurs weg.
Nur zur Bildung. Gehebelte Geschäfte können die Sicherheit rasch aufzehren; maßgeblich sind die Regeln des Anbieters.